Die wohl wichtigste Sache, die alle Frauen wissen sollten – Vereinbarkeit von Menstruation und Wassersport

Alle Frauen, die wie ich das Wasser lieben, kennen sicher dieses Problem.
Ein phantastischer Tag, perfekte Konditionen und dann das – die Periode setzt ein.

Die wohl wichtigste Sache, die alle Frauen wissen sollten – Vereinbarkeit von Menstruation und Wassersport

Oh was hat mich das immer genervt. Als Diveguide bin ich an solchen Tagen immer wie eine Gestörte nach dem Tauchgang direkt auf die Toilette gerannt und habe dort meinen Neoprenanzug ausgezogen, um schnellstmöglich das vollgesaugte Tampon loszuwerden und durch ein frisches zu ersetzen.
Beim Wakeboarden habe ich den Ausflug lieber abgesagt, da man auf einem kleinen Speedboot keine Möglichkeit hat, eine Toilette aufzusuchen und ganz normale Tage am See, wurden mühsam, da man auch dort selten ein WC vorfindet. An solchen Tagen habe ich verflucht, als Frau geboren zu sein.
Verschlimmert hat sich die Sache noch nach der Geburt meiner Tochter. Seitdem habe ich eine sehr starke Blutung und bin mit Tampons (selbst Super+ oder was es da auch noch gibt) nicht mehr ausgekommen.

Die Lösung kam etwa vor einem Jahr zu mir und ich bin meiner Freundin, die mich bekehrte, unendlich dankbar. So ging es mir auch bei meiner letzten Regel und schnell war ich mir sicher, dass ich dieses Thema unbedingt auch hier im Blog ansprechen möchte.

Menstruationstasse heißt das magische Lösungswort.

Was ist eine Menstruations-Tasse?

Eine Menstruations-Tasse/Becher ist ein kegelförmiger, kleiner Silikon Behälter, mit welchem das Blutungs-Sekret aufgefangen wird. Er ist aus medizinischem Silikon und Latex und daher unbedenklich.

Für wenn funktioniert eine Menstruationstasse und wie findet man die richtige Größe?

Jede Frau kann die Menstruations-Tasse benutzen. Wichtig ist die richtige Größe und den optimalen Weichheitsgrad für sich zu finden. Einige Anbieter haben nur eine Standardgröße. MeLuna hat da eine größere Auswahl und eine Tabelle, welche man zur Bestimmung der besten Form, Größe und Weichheit nutzen kann.
Da ich mir nicht ganz sicher war, habe ich ein Starterpaket gekauft und die Größe bestellt, die ich für mich als definitiv groß empfunden habe. In diesem Paket bekommt man dann die nächst kleinere Größe und eine praktisches Aufbewahrungsbeutelchen mit dazu geliefert. Als Weich-Härte-Grad habe ich „Sport“ gewählt.

Wie wendet man die Tasse an?

Es bedarf etwas Übung, den Menstruations-Becher richtig zu verwenden und es empfiehlt sich, dies an einem Tag vor der einsetzenden Periode auszuprobieren. Man sollte keine Kontaktängste mit dem eigenen Geschlecht haben und diesen Prozess als natürlich empfinden. Wer sich sehr ekelt vor seinem eigenen Blut, wird wahrscheinlich nicht unbedingt glücklich mit dieser Lösung.

Dafür gibt es verschiedene Anleitungen. Für mich funktioniert ein einfaches Zusammendrücken und einmal Falten. Der Einfachheit halber habe ich hier ein Video für Euch. Probiert einfach aus, welche Technik für Euch am besten passt.

Meine Erfahrungen

Am Anfang habe ich wirklich gedacht, oh Mist, was hast Du Dir hier wieder aufschwatzen lassen. Ich bin nicht klar gekommen und habe den Muttermund ja selbst bei mir auch noch nie so direkt wahrgenommen. Bis ich diesen richtig erkundet hatte, wusste, wie ich den Cup darüber stülpe und mit Druck über den Schließmuskel ein Vakuum erzeuge, vergingen locker 2 Perioden. Ich bin sehr froh, dass ich mein Leid der besagten Freundin schilderte und sie mich motivierte nicht aufzugeben und Voila, unglaublich, kaum hatte ich den Bogen raus, konnte ich die positiven Effekte dieser Form der Hygiene voll und ganz für mich entdecken.

Wassersport mit Menstruationstasse

Die Menstruationstasse ist absolut dicht, wenn sie richtig sitzt. Gerade beim Wassersport ergeben sich hierdurch einige Vorteile. So ist es hygienischer, Wassersport mit Menstruationstasse zu betreiben, denn kein Seewasser kann in Deine Vagina eindringen. Und im Gegensatz zu einem Tampon, wird sich die Tasse im Wasser nicht schneller füllen. Sie gibt Dir über die gleiche Zeitspanne Sicherheit, wie auch an Land.
Sie muss also nicht sofort gewechselt werden, wenn man den Fluten entsteigt.

Unglaublich aber wahr, die Schmerzen der Menstruation und auch während der PMS Phase vorab, sind deutlich zurück gegangen. Das liegt vor allem daran, dass Tampons die Scheide sehr austrocknen – langfristig und nicht nur während der Periode. Auch die Inhaltsstoffe in Tampons sind nicht unbedingt für unsere sensible Scheidenschleimhaut geeignet. Der Cup passt sich flexibel ein und man spürt ihn, wenn er richtig sitzt, überhaupt nicht.

An meinen ersten beiden starken Tagen, muss ich alle 6 Stunden den Cup ausleeren, danach reicht morgens und abends. Die Tasse hat ein viel größeres Fassungsvermögen als ein Tampon und sorgt damit für Stressfreiheit.
Da der Cup ein Vakuum bildet, muss ich mir weder beim Schwimmen, noch bei anderen Sportarten, Gedanken machen. Ich kann so lange im Wasser bleiben, wie ich will und nichts läuft irgendwo aus. Ehrlich – für mich ein ganz neues Freiheitsgefühl und echte Sicherheit für unterwegs

Kein Bändchen mehr, das mich verrät. Oh, auch das empfinde ich als sehr befreiend – besonders für den Kopf.

Kein unangenehmer Geruch mehr. Mit Tampons war immer während meiner Regel ein unangenehmer metallischer Geruch zugegen. Ich dachte immer, dass es der Eigengeruch des Sekrets ist. Irrtum. Durch Tampons und Binden wird dieser etwas widerwärtige Geruch erzeugt. Seit ich MeLuna benutze, riecht da gar nichts mehr.

Der Aspekt, den ich am meisten liebe ist, dass ich keinen Müll mehr produziere! Es ist mir in all meinen Lebensbereichen wichtig Nachhaltigkeit einzuführen, umzusetzen und zu leben. Das ist nicht immer ganz einfach, hier gelingt es mir mit großer Freude. Die Menstruationstasse ist super langlebig. Bei guter Pflege hält sie sich um die zehn Jahre. Gute Pflege bedeutet, sie nach der Periode gründlich zu reinigen (auskochen) und sie nicht schutzlos in der prallen Sonne zu lagern. Sonnenlicht ist so ziemlich das einzige, was der Haltbarkeit der Tasse wirklich etwas anhaben kann, denn es macht das Material spröde. Am besten verwahrt man die Tasse im mitgelieferten Beutelchen an einem kühlen, trockenen Ort. Es ist möglich, dass über die Jahre Verfärbungen an der Menstruationstasse entstehen können. Diese haben aber keinerlei Auswirkungen auf die tatsächliche Sauberkeit oder Haltbarkeit der Tasse. Und jetzt rechnet Euch mal aus, wie viel Geld Ihr damit spart. Ein Cup kostet zwischen 16 und 20 Euro. Der Vergleich ist erschütternd. Ich nutze mal mein eigenes Rechenbeispiel, gemessen an meiner jetzigen Regel. 6 Tampons habe ich als Durchschnitt bestimmt.

6 Tampons pro Tag x 10 Cent x 5 Tage x 12 Monate x 10 Jahre = EUR 360

In 10 Jahren kann man mit dieser Methode 360 Euro sparen und zum Beispiel lieber ein schönes Carbon Paddel kaufen.

Die Vorteile auf einen Blick

– Allergiefreiheit
– Schmerzbefreiung und kein Austrocknen der Scheide
– Sicherheit unterwegs und besonders im Sport
– Stressfreiheit durch mehr Fassungsvermögen
– kostengünstig
– praktisch
– nachhaltig, umweltfreundlich, langlebig
– geruchsneutral

Leider hat auch diese Form der Monatshygiene einige kleine Nachteile, an die man sich aber schnell gewöhnen und sich wunderbar darauf einstellen kann.

So sollte man möglichst Wasser in der Nähe der Toilette haben, um die Tasse auszuspülen und sich anschließend die Hände zu waschen. Im Notfall kann man diese aber auch mit Toilettenpapier abwischen und beim nächsten Wechsel daheim spülen. Dadurch, dass man seltener wechseln muss, kommt man nicht mehr so häufig in die Verlegenheit die Hygiene auf einer öffentlichen Toilette zu betreiben. Sollte dies doch der Fall sein, einfach eine kleine Wasserflasche mit auf die Toilette nehmen und den Cup leicht abspülen.

Der Cup muss nach der Periode gründlich gereinigt werden. Ich wasche ihn einfach gründlich mit Seife und koche ihn dann circa 5 Minuten aus. Dazu Topf mit Wasser, so dass der Cup vollständig mit Wasser bedeckt ist und 5 Minuten voll kochen lassen. Lufttrocknen und dann ab ins Beutelchen bis zur nächsten Periode.

Für einige Frauen kann der direkte Kontakt mit dem fließenden Blut und dem Fühlen des Gebärmuttermundes befremdlich und unangenehm sein. Wer sich nicht daran gewöhnen kann, für den funktionieren wahrscheinlich doch andere Methoden besser.

Nachteile auf einen Blick

– Blickkontakt mit Blut
– muss nach der Periode gereinigt werden

Fazit

Meine Empfehlung kann ich guten Herzens für MeLuna und für Ruby Cup geben.
Ruby Cup habe ich erst später kennen gelernt. Für jeden online verkauften Ruby Cup wird ein zweiter an ein Mädchen in Kenia gespendet, denn weltweit bleiben Millionen von Mädchen während ihrer Tage vom Unterricht fern, weil sie sich keine Hygieneartikel leisten können. Also wer mit dem Kauf noch was Gutes tun möchte, entscheidet sich für Ruby Cup.

Bei MenstrualCup.co findet man alle Hersteller, Größen und Formen und sicherlich auch die richtige Tasse für sich.

Menstural Cup Link

An dieser Stelle möchte ich gerne noch eine App empfehlen. Mit dem P-Tracker für Android und Iphone kannst Du Deinen Zyklus besser kennen lernen und damit auch die fruchtbaren Tage im Auge behalten. Ganz ohne Persona und Co. Lerne Deinen Körper kennen und er ist dein bester Freund, der dir genau sagt, was Du wann brauchst.

Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen. Schreibt mir im Kommentarfeld, welche Gedanken und Ideen Ihr zum Thema Menstruation und Sport habt und teilt den Beitrag mit Euren Freundinnen. Freiheit und Spaß an jedem Tag im Jahr sind auch für Frauen ein Grundrecht 🙂

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8 Kommentare

  • Heidi sagt:

    Diesen Artikel hätte ich vor 50 Jahren gebraucht und immer seither, bis ich endlich in dei Wechseljahre kam und das unangenehme Getue mit dem Blut endlich aufhörte. Das war so eine Befreiung, und ich denke, die meisten Frauen habe genau das Problem, wie Du es beschreibst, ganz unabhängig, ob sie nun ins Wasser gehen wollen oder nicht.
    Wenn immer ich ein Konzert sang und da so vor dem Publikum stand, war immer meine Sorge: hoffentlich läuft nichts durch. Das wäre mit diesem genialen System total stressfrei gewesen…

    Danke, dass Du dies für Frauen so wichtige Thema so offen und sympathisch ansprichst. Ich wünsche, dass es viele junge und jüngere Frauen lesen, so dass sie nicht so sehnlich auf dei Wechseljahre warten müssen, wie das bei mir der Fall war.

  • Angela sagt:

    Hi, ganz herzlichen Dank für diesen tollen Beitrag. Ich bin gerade in Sizilien am Kiten und schlage mich mit der Periode und einer abgelegenen Toilette rum. Nicht gerade entspanntes Kiten! Ich werde mir auf jeden Fall so eine Tasse organisieren; es kann ja nur besser werden! Ich habe zwar schon davon gehört, aber bin nie auf die Idee gekommen, dass die mein Wassersportproblem lösen könnte! 🙂

    • Uta sagt:

      Hallo Angela!

      Mir ging es ähnlich, ohne meine Tauchpartnerin wäre ich selbst auch nicht auf die Idee gekommen und kann mir jetzt ein Leben ohne nicht mehr vorstellen.
      Über die Links hier auf der Seite kannst Du Dir einen Überblick verschaffen und die für dich richtige Tasse finden.
      Würde mich freuen, von Deinen Erfahrungen mit der Tasse zu hören.
      Lieber Gruß

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