Wie finde ich das passende Stand Up Paddle Board?

Mein Weg zum eigenen Board

Kinder und Familie verändern das Leben einschneidend. Die ersten Jahre verschreibt man sich mit Haut und Haaren diesen kleinen Wesen und stellt sich selbst hinten an. Mir ging es so und ich glaube, viele andere Mütter und Väter teilen da meine Geschichte. Doch selbst wenn man die ersten Jahre vollkommen dem neuen Leben widmet, bleibt man der Mensch der man schon immer war.

Sobald meine Tochter selbstständiger wurde und ihre eigenen Freiheiten einzufordern begann, regte sich das Gleiche Bedürfnis auch in mir. Es wurde lauter und schließlich stand ich an einem sonnigen Tag da, traurig über die vielen Dingen, die ich zu tun liebte und deren Umsetzung schwierig geworden ist. So kann ich nicht mehr einfach eine Saison in die Berge gehen zum Snowboarden und anschließend an einen heißen Strand, um dort zu Tauchen und zu Surfen. Klar, man kann auch hier Tauchen. Aber das ist nicht was ich im Sinn habe. Allein die Wassertemperaturen und Sichtverhältnisse können mit dem Andamanischen Meer nicht mithalten.

Und da kam die Idee. Stand Up Paddling hatte ich schon Jahre zuvor praktiziert, als ich im Zuge meine Tätigkeit als Reiseleiterin 2011 in Griechenland auch Einführungskurse ins Stand Up Paddling gab. Damals noch auf Hardboards der Windsurf Station vor Ort. Der Sport war für mich in Deutschland vorerst utopisch – allein wegen dem Transport dieser Boards. Dann hatte ich von diesen aufblasbaren Paddelboards, kurz iSUP (inflateable Stand Up Paddle) gehört und überlegte, ob diese Boards qualitativ mit einem festen Brett mithalten können. Worauf muss ich achten?

Meine Suche begann. 

Google lief heiß. Ich gab alles Mögliche ein und informierte mich rundum. Schnell waren die Topmarken gefunden. Red Paddle und Jobe zeigten sich gleich als die Marktführer. Weitere Marken wie Siren, Stemax, Fanatic und Mistral gewannen meine Aufmerksamkeit. Aber die Preise! Sehr intensiv.
Es gab reichlich „Alternativen“. EBay ist voll von vermeintlich günstigen Boards. Oh was war ich hin und her gerissen. Sollte ich wirklich so viel Geld für ein Stand Up Paddle Board ausgeben? Konnten diese Boards mehr sein, als nur eine aufblasbare Luftmatratze oder waren sie sogar DIE ALTERNATIVE zum sperrigen Hardboard?

Erst seit 2011 gibt es iSUPs – inflateable Stand UP Paddle Boards. Die ersten Modelle waren jedoch in der Qualität sehr bescheiden. So besaßen sie nur dürftige Finnen, fuhren schlecht gerade aus und bogen sich durch.
Neulich am See hatte ich die faszinierende Möglichkeit diese ersten iSUPs zu inspizieren. Eine Frau hatte zwei alte Red Paddle Boards der Anfangsstunde dabei und bestätigte mir diese bescheidene Qualität. In Aktion sah man sofort, dass diese Board aus dem Jahre 2011 noch keine auch nur annähernde Alternative zu Hardboards darstellten.
Kein Vergleich zu den Boards von heute. 2014 passierte der Quantensprung zu absolut hochwertigen aufblasbaren Brettern.

Viele Boards haben seit dem abnehmbare Finnen und spezielle Fasern und Lamellen im Inneren verstärken die Stabilität enorm (siehe Abbildung Querschnitt)

Aufblasbare Boards sind zwar immer etwas langsamer als feste Boards (Hardboards), aber die Flexibilität im Transport sowie die Einfachheit der Lagerung und Pflege trumpfen. Selbst das Aufpumpen dauert keineswegs länger als ein Hardboard vom Dach eines Transporters abzuladen. Manche iSUPs (auch das Red Paddle Ride) kommen in Boardbags sowohl mit Rädern als auch mit Rucksackträgern und erleichtern den Transport bis zum Wasser enorm.  Das Einpacken in die Red Paddle Rollentasche ist kinderleicht und super schnell. Der Rucksack von Jobe und auch Stemax ist schon etwas anspruchsvoller.

In Bezug auf die Haltbarkeit sind feste Boards führend, wenn es um Hitze, Salzwasser und Kälte geht. Diese Faktoren setzen den Klebern und PVC zu. Bei der Lagerung und Draußen sollte unbedingt drauf geachtet werden. Das heißt, im Winter nicht im Schuppen sondern in einem temperierten Raum/Keller lagern, Im Sommer nicht permanent im Auto Bunkern, das aufgepumpte Board nicht in der prallen Sonne stundenlang liegen lassen und nach Gebrauch im Salzwasser gründlich mit Frischwasser abspülen. Besonders am Ventil sollte das Salzwasser gut entfernt werden.
Ein weiteres Plus für iSUPs ist die Stoßfestigkeit. Wo bei einem Hardboard das Anstoßen an Felsen schon zu Schäden führen kann, steckt das iSUP einen solchen Kontakt locker weg.

Zusammengefasst:

Feste SUPs
– günstiger in der Anschaffung
– stabiler bei Turns
– besser für schwere Sportler (>90kg) – Ausnahme: iSUPs mit >300 Liter)
– längere Lebensdauer (wobei man anmerken kann, dass seit 2014 die SUPs
sich bewährt haben und selbst die Pioniere immer noch einsatzbereit sind)
– für Lagerung draußen besser geeignet

iSUPs
– je nach Shape auch für Wildwasser geeignet
– teurer in der Anschaffung
– passen in jedes Auto – Transport auch ohne Auto einfach
– geringere Verletzungsgefahr
Für mich stand an diesem Punkt ein Ja zum iSUP fest. Jedoch waren noch so viele Fragen offen und bei der Vielzahl von Angeboten war die Verwirrung noch groß. In meiner Ratlosigkeit suchte ich immer weiter nach Antworten zu meinen Fragen und wurde fündig.

Über EBay Kleinanzeigen stieß ich auf Bernd von Sup Marine Wehretal.
Er ist ein Fachmann mit Herzblut. Neben Verleih und Kursen bietet er gebrauchte und neue iSUPs an. Er war mein Top Wegbegleiter zum Kauf. Wenn Ihr Bernd auch kontaktieren möchtet, gebt bitte das Kennwort: Stand UP Paddle Family an.

Ich war auf der Suche nach einem iSUP, welches ich sowohl allein als auch gemeinsam mit meiner Tochter nutzen kann. Ein Board, dass für längere Strecken optimal ist und kippsicher. Es sollte günstig sein, aber nicht billig! Ich wollte die beste Qualität zum besten Preis.

Durch meine Recherche hatte ich bereits ein Jobe AeroSup 10.6 favorisiert. Bernd meinte, dass es eine gute Wahl sei. Allerdings legte er mir das Red Paddle Ride 10.8 ans Herz. Dafür bin ich Ihm auch heute noch unendlich Dankbar. Desweiteren stellte er als Alternative Stemax vor.

Entscheidend für die Wahl des richtigen Boards ist das Volumen. Dieses sollte für ein Familienboard min. 300 Liter haben. Demzufolge kam für mich nur ein längeres Tourenboard, ab einer Länge von 10.6, in Frage. Warum? Weil proportional zur Länge auch das Volumen zunimmt. In der Volumenfrage spielt auch die Dicke des Boards eine entscheidende Rolle und ist wichtig für die Stabilität. Ein dünnes Board biegt sich auch leichter durch.

Hier mal ein paar Vergleichswerte:

Jobe Aero 10.6 – Allrounder
Das 10.6 SUP ist super zugänglich und hat eine komplett überarbeitete neue rundliche Tip und Tail! Dies sorgt für eine hohe Agilität, ohne Stabilität einbüßen zu müssen, dank seiner Breite. Das iSUP ist auch
perfekt für flachere Gewässer: Flüsse, Seen, Kanäle – Dir steht alles offen. Achtung! Das Jobe AeroSUP ist durch seine höhere Dicke und weniger Breite etwas kippeliger als das Red Paddle Ride. Für Einsteiger teilweise etwas schwieriger zu fahren. Dicke: 6 inch (15.24 cm), Gewicht: 9.0 kg, Volumen: 310 Liter, Länge: 9.0 FT (274 cm), Breite: 31.5 inch (80.1 cm)

Red Paddle Ride 10.6 – Das Board für Jeden! Der perfekte Allrounder und weltweit das beliebteste aufblasbare Stand Up Paddle Board. Der ausgewogene Shape erlaubt geschmeidiges und berechenbares Surfen. Es hat bei weniger Dicke, wesentlich mehr Steifigkeit als vergleichbare Boards. Für Familien aber wegen der geringeren Tragkraft nicht optimal. Dafür lieber zum 10.8 greifen.
Länge: 10´6 / 320cm – Breite: 32″ / 81cm – Dicke: 4,7″, 120mm – Volume: 240 Liter – Fahrergewicht: bis zu 100kg – Finnen: 3 Stück fix – hohe Steifigkeit, ohne das Fahrverhalten und die Leistung zu beeinträchtigen – Gepäckschlaufen,

Red Paddle Ride 10.8 – Das unangetastete Familienboard mit sehr, sehr guter Kippsicherheit. Überzeugt genau wie das 10.6 und trumpft mit 56 Litern mehr Volumen.
Länge: 10.8 – Breite: 34″ (86,3 cm) – Dicke: 12 cm – Gewicht: 9.5 kg – Volumen: 296 L – Max. Benutzergewicht: 120 kg (Achtung: jeder Jahrgang variiert etwas. Ihr werdet mit unter andere Angaben finden)

Stemax SUP ALLROUND 10´0, Wave: das preiswerte, qualitativ hochwertige Board kommt aus Österreich. Zu bemerken ist hier, dass
es mit 15 cm Dicke schon bei einer Länge von 10.0 eine Tragkraft von 145 kg ermöglicht. Somit ist es ein sportliches Spaßboard für die ganze Familie und ermöglicht spielerisches Fahren bei guter Kippsicherheit.
Länge (10″) / 305 cm – Breite: 80 cm – Dicke: 15 cm – Volumen: 284 Liter – Gewicht: 10,2 kg – Tragkraft: 145 kg – Finnen: 2 Stück fix – Jeweils ein D-Ring an Bug und

 

Worauf muss ich achten! 

Um Euch meine Einsichten und Erfahrungen etwas strukturierter darzustellen, habe ich Euch hier einen kleinen Guide zusammen gestellt.

BOARDS

Markenboards VS. Containerboards – QUALITÄTSENTSCHEIDUNG 

Containerboards sind Marken wie Aqua Marina, Vivamare, Makaio und all die „Billigboards“ auf EBay und Co. Der Ausdruck Containerware kommt daher, dass die Hersteller die Ware nur in riesigen Mengen an die Händler abgeben. In diesen Containern befindet sich dann allein schon circa 20% Ausschussware, die direkt im Müll landet. Das sich weitere versteckte Mängel darunter befinden ist sicher.
Letzen Sommer am See hatte ich Gelegenheit einige günstige Boards zu testen.
Darunter war auch eines von Aqua Marina. Der Besitzer hatte das Board schon 2-mal zurück senden müssen, da das Ventil nicht gehalten hat und das Board Luft verlor. Ansonsten sah die Verarbeitung gut aus, wenn auch nicht ganz so hochwertig wie ich das von Red Paddle, Jobe und Stemax kenne. Fahren ließ es sich recht gut, wenn auch die Steifigkeit nicht optimal war. Man kann durchaus als Einsteiger Spaß auf einem „günstigen“ Board haben, sollte aber bedenken dass bei einem Körpergewicht von >85 kg davon abzuraten ist. Auf die Gewichtsangaben der Hersteller von günstigen iSUPs ist nicht unbedingt Verlass. Ich habe schon erlebt das Paddler im Wasser standen, da die Boards sich durchbiegen. Wer das iSUP nur als Familienspielgerät an einem kleinen See oder zum Spaß mit Freunden und zum Sonnen will, der kann auch an einem günstigen Board Freude haben.

Meine Meinung und erlebte Erfahrung (bei anderer Sportausrüstung) ist jedoch, wer billig kauft, kauft zweimal. Einer der günstigsten Markenboardhersteller ist Stemax mit Sitz in Österreich.
Noch ein kleiner Tipp: Markenboards wie Red Paddle, Jobe, Stemax, Fanatic oder Mistral lassen sich gut wieder verkaufen. Sollte man – was ich sehr bezweifle – feststellen, dass man das Board doch nicht nutzt oder braucht, findet man schnell Käufer die es mit wenig Wertverlust und Kusshand abnehmen. Wogegen das Interesse an gebrauchten günstigen Alternativen beschränkt ist.
Worauf muss ich beim Board achten? 
Die erste Frage, die man sich stellen sollte ist, Was will ich und wie will ich das Board nutzen.

Boardtypen:

Allrounder und Familien Boards haben einen rundlicher Shape und starten mit einer Längen von 10.6. Dieser Boardtyp beschreibt stabile iSUPs, die gut im Wasser liegen und leicht in der Handhabung sind.

Der Cruiser Shape ist an Bug (Nose) und Heck (Tail) spitz zulaufend und bewegt sich in Längen ab 10.0. Kurz um sind es lange iSUPs, die auch Platz für Gepäck bieten und besonders für das Flachwasser geeignet sind.

Race und Fitness Boards sind schmal, sehr lang und mit spitz zulaufenden Shape ab Längen von 12.0. Sie sind vor allem für Geschwindigkeit, in allen Gewässern.

Kleine Boards unter 10.0 eigenen sich für Wellen, wobei man kleinere Wellen auch mit einem Allrounder gut fahren kann.
So sind Wildwasser Boards auch eher kleiner, da man damit sehr wenig sein sollte.

Für Kinder sind ebenso kleinere Boards optimal. Sie sind leichter zu steuern. Einfach Gewichtsangaben beachten. Für Kinder kann auch ein günstiges Board durchaus ausreichend sein.

Volumen
Das Volumen bestimmt die Tragkraft. Familien sollten nach einem Volumen von min. 300 Liter streben, damit ein kleiner Passagier mitfahren kann.
Bei meinem Red Paddle waren sogar einmal 3 kleine Passagiere – kein Problem. Alle Füße blieben trocken, nur das Paddeln wurde anstrengend.

Breite
Die Breite sorgt für Sicherheit. Je breiter das Board, desto weniger kippt es.

Dicke
Ich empfehle min. 12 cm. Mehr ist besser! Mit weniger Dicke büßt man an Steifigkeit ein.

Finnen
Bei Red Paddle sind Gummifinnen fix dran, was lediglich etwas mühsam beim Einpacken ist. Ich persönlich konnte im Vergleich mit Jobe und Stemax keine Fahreinschränkungen feststellen.
Der Vorteil von austauschbaren, abnehmbaren Finnen ist, dass man damit
„spielen“ kann. Zum Beispiel verschiedene Größen ausprobieren oder nur mit
2 statt 3 oder 1er statt 3 fahren. Der Nachteil ist hier Bruchgefahr, zum Beispiel wenn man zum im Flachwasser zu früh aufsteigt und das durch die Finne mit dem Grund konfrontiert.

 

PADDEL 

Was ist wichtig bei der Wahl des Paddels, dem Kraftumsetzer? 

Für meine Kaufentscheidung war das Paddel erst einmal zweitrangig. Würde ich mit einem kleinen Kind doch noch keine Rennen fahren. Mein Nutzzweck war vordergründig der Spaß, gemeinsame, sportliche Aktivität mit meinem Kind und die Liebe in Ihr für Wassersport und Natur zu intensivieren. Dafür brauche ich derzeit noch kein Highend-Paddle und entschied mich für das Standardpaddel was im Paket (neben Board, Rolltasche, Pumpe und Flickset) enthalten war. Als Alleinerziehende war auch das Budget (nicht mehr als 900 Euro konnte ich investieren) ein Entscheidungskriterium.
Sobald sich die Ansprüche ausbauen, kann ich jederzeit zu einem besseren Paddel wechseln. Wenn man das Board im Vorfeld gründlich wählt, bleibt man dabei und stockt nur das Paddel auf. So der Plan.

Paddel – Fix, Vario, oder 3-Teilig 

Fixe Paddel sind nicht verstellbar, dafür kompromisslos leicht und steif. Mitunter findet man auch ovale Rohre, die eine optimalere Kraftumsetzung erlauben. 1. Wahl für Racer.

Ein 2-teiliges Paddel kann man fix auf seine Größe zuschneiden. Dies macht jedoch nur Sinn, wenn man der alleinige Nutzer ist und die Anwendung nur in einer Variation, z.B. nur auf dem See, stattfindet.

Das 3-teilige Paddel ermöglicht maximale Mobilität, da es sich leicht an bzw. in der iSUP-Tasche verstauen lässt. Nachteil ist das konstruktionsbedingte, höhere Gewicht.

2-teilige und 3-teilige höhenverstellbare Paddel eignen sich für Einsteiger und Familien, wenn unterschiedliche Personen das Paddel nutzen bzw. der Sportler unterschiedliche Gewässer befährt. Zum Beispiel in der Welle bedarf es eher einer kürzeren Paddeleinstellung, wogegen man im See das Paddel, im Vergleich, eher etwas Länger einstellt.
Mittels Schnellverschluss wird das Paddel komfortable angepasst. Anzumerken ist hier, je nach Ausführung kann Wasser eindringen. Unbedingt darauf achten das Schwimmer integriert sind.

Der Vario Schaft lässt sich stufenlos verstellen. Einfach „Klemme“ öffnen und verschieben. Ich persönlich mag diese Version nicht, da sich die „Klemme“ lockern mit der Zeit lockert und der Schaft an Stabilität verliert. Die Einstellung mit einem Stufen-System ist auch sehr präzise und hält wesentlich besser.

Ich empfehle für Einsteiger immer erst ein verstellbares Paddel, mindestens so lange bis man seine optimale Einstellung gefunden hat.

Paddel Qualitäten

Alu Paddel mit Kunststoffblade 
Achtung! Darauf achten dass Schwimmer integriert sind, sonst geht es unter leicht mal unter.
– günstig
– robust, aber etwas schwerer (950g – 1100g)
– ungeeignet bei Salzwasser, das sich Material schnell fest frisst.
– Einsteiger Paddel (Kosten 50-100 Euro)

Fiber Paddel
Ein Glasfaser Paddelblatt ist etwas steifer als Kunststoff. Achtung! Bei lackierter Blade blättert leicht die Lackschicht ab.
Zu finden gibt es auch Fiberglas Schaft mit Carbon Blade oder Carbon Schaft mit Fiberglas Blade
– leichter als Alu (700g – 900g)
– hoher Flex
– gutes Preis-Leistungsverhältnis
– Für Einsteiger und Fortgeschrittene (Kosten 100-250 Euro)

Carbon Paddel 
Optimalster Kompromiss aus Leichtigkeit, Steifigkeit und Stabilität. Die Konstruktion spielt hier eine große Rolle. Achte auf den Carbon Wert. Verwendete Kürzel sind 1K, 2K, 3K usw. Je höher der K Wert um so besser.
Carbon ist äußerst Stoßempfindlich und wird schnell spröde an beschädigten Stellen. Deshalb sind gute Carbon Paddel an exponierten Stellen, wie zum Beispiel die Blattkanten, extra mit beispielsweise ABS Kunststoff verstärkt.
STEINKONTAKT SOLLTE UNBEDINGT VERMIEDEN WERDEN.
Die Kosten für ein ordentliches Carbon Paddel beginnen bei circa 190 Euro und wer mag kann da bis ins astronomische Euro investieren.

Holz/Bambus Paddel

Für Sportler mit starker Style- und Design Affinität gibt es Paddel aus Bambus oder Holz. Ein Holz Schaft fühlt sich warm und angenehm an und eine Bambus Blade passt hervorragend zu einem Bambusboard (Hardboard). Jedoch wird man da nicht umhin kommen, Abstriche bei Effizienz und Gewicht zu machen.

Wie wichtig ist das Paddel Gewicht? 
Wo man bei der Wahl des Boards nicht unbedingt auf jeden Gram achtet, so sollte man dies beim Paddel definitiv tun. Paddel wiegen je nach Ausführung zwischen 400g und 1100g.
Ich möchte dass hier mal etwas verdeutlichen. Nehmen wir an, wir haben ein Carbon Paddel mit 600g Gewicht und daneben ein Standard Paddel von 900g. Also 300g Differenz.
Angenommen wir paddeln 1 Stunde lang sehr sportlich mit ca. 50 Schlägen pro Minute. Dann hat man mit dem Standardpaddel 900kg mehr gehoben als mit dem leichteren Carbon Paddel. 900kg!!! Also wer am Fitness und Krafttraining beim Paddeln interessiert ist, der bleibt beim Schwereren. Wer weite Strecken lieber zurück legen will, dem sei ein leichtes Paddel als Herz gelegt.
Die Gewichtsersparnis macht sich besonders am Paddelblatt, der Blade, bemerkbar. Hier am Material zu sparen macht wenig Sinn. Schließlich ist es der Teil des Paddels, welcher am meisten beansprucht wird. Deshalb gilt ein hochwertiges Grundmaterial, gute Verarbeitung und verstärkte Kanten bescheren Dir ein genussvolles Paddelerlebnis.

Paddelgriff
Zu finden sind hier Knauf oder T-Griff, wobei der T-förmige Griff der meist verbreitete ist. Bei dieser Ausführung hat man Paddelstellung und Druck optimal unter Kontrolle. Größe und Form variieren je nach Hersteller und Paddelart. Wichtig ist, dass es gut in der Hand liegt und sich keine scharfkantigen Übergänge dran befinden.

Blade/Paddelblatt
Je größer die Blattfläche, desto größer der Vortrieb und Kraftaufwand = Je kleiner das Paddelblatt, desto kleine Vortrieb und Kraftaufwand

Auswahlrichtlinien für Dein Paddelblatt
Große, schwere Fahrer:    8.5-9.0
Mittelschwere Fahrer:       8.0-8.5
Leichte Fahrer:                 7.0-8.0
Kinder:                             wie leichte Fahrer oder <7.0

Auch die Form bestimmt Paddeleigenschaften, besonders das Verhalten im Wasser. Dazu zählen Führung, Gleichmäßigkeit des Durchzuges sowie Art und Weise des Herausdrehens.
Allround Paddel sind tropfenförmig mit runden Flanken, Flachwasser und Race Paddel dagegen V-förmig konkav mit etwas kleineren Flankenradien und Fluss/Wildwasser Paddel sind länglich und haben extra verstärkte Kanten.

TIPP: Die meisten Schäden entstehen beim Transport. Deshalb ist eine Paddeltasche ratsam. Diese sind für alle Paddelarten erhältlich. Wer ein besonders empfindliches Paddelblatt hat, kann sich einen Blade Kanten Schutz zulegen.

Pumpen

Pumpen gibt es bei den meinten Boards im Lieferumfang dazu. Diese sind keine High-End-Produkte, erfüllen aber ihren Zweck. Wer oft paddelt und vielleicht auch mehrere Boards hat, sollte über eine Titan Doppelhub Pumpe nachdenken.

Für ganz bequeme, gibt es elektrische Pumpe für den Zigarettenanzünder im Auto. Diese sind sehr laut und man muss gegebenenfalls per Hand nachpumpen. Jedoch bei Großfamilien eine Überlegung wert.

Sind iSUP Board und Paddel ihr Geld wert?
Ja – definitiv. Hier lohnt es nicht zu sparen. Bei günstigen Boards muss man hohe qualitative Abstriche machen. Des Weiteren steigt der Preis mit Volumen und Länge und für ein Familienboard muss man so oder so etwas mehr Geld in die Hand nehmen.
Am besten Ihr probiert es aus und testet! Fragt am See SUPer ob Sie euch mal probieren lassen. Ich wurde schon oft gefragt und habe noch nie nein gesagt. Oder leiht euch dass SUP aus, welches euch am meisten interessiert!
Auf meiner Seite findet Ihr nur Boards und Zubehör für die ich meine Hand in Feuer legen würde.

Jedem Einsteiger möchte ich gerne noch das Buch von Christian Barth  SUP – Stand Up Paddling: Material – Technik – Spots empfehlen.

Stay Save! Wenn Ihr Online kauft, wendet Euch an Trustet Shops, Amazon oder zahlt möglichst mit Paypal, um euch den Käuferschutz zu sichern.

Ich freue mich, wenn ich Euch mit diesem Beitrag und meiner Seite auf dem Weg zu Euren SUP-Sommer helfen kann! Solltet Ihre Fragen haben, schreibt mir einfach, setzt Euch eine Lesezeichen für meine Seite oder verbindet Euch auf Facebook mit Stand Up Paddel Family.

Ansonsten sehe ich Euch hoffentlich bald auf dem Wasser!
Herzlichst
Eure Uta

 

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11 Kommentare

  • Anke sagt:

    Danke für die ausführlichen Hinweise. Im Dschungel der Anbieter ist es schwierig ohne wochenlangen Vergleich das passende für sich zu finden.

    • Uta sagt:

      Hallo Anke!
      Da hast Du recht. Ich bin froh, dass Ich mit meinem Betrag helfen kann.
      Schau einfach immer mal wieder rein oder schreibe Dich für den Newsletter ein, damit Du immer auf dem neusten Stand über aktuelle Beiträge bist.
      Lieber Gruß und viel Spaß beim SUPen
      Uta

  • Helmut sagt:

    Hallo Uta,

    vielen Dank für diesen sehr hilfreichen Beitrag. Mir geht es im Moment wie Dir damals. Ich werde mir mal die drei Boards anschauen, die Du beschrieben hast.

    Lieben Gruß
    Helmut

    • Uta sagt:

      Hallo Helmut,

      Danke für Deinen Kommentar. Wichtig ist für sich das richtige Board zu finden. Wofür genau möchtest Du es einsetzen? Wie sieht Dein Revier aus und was für Ansprüche hast Du an das Board?

      Dieses Jahr haben sich viele Neuerungen ergeben. SUP ist stark am Wachsen und so tauchen auch immer mehr Anbieter auf. Gerne kannst Du auch über Email oder auch über Facebook mit mir Kontakt aufnehmen. Ich würde mich sehr freuen, Dich auf Deinem Weg zum perfekten Board für Dich zu begleiten.

      • Helmut sagt:

        Hallo Uta,

        also ich möchte hauptsächlich Seen befahren. Ich denke es soll stabil sein (Anfänger) und gut gerade auslaufen. Natürlich wäre Wendigkeit auch schön, aber da muss man eben einen Kompromiss eingehen. Die Länge würde deshalb zwischen 10 und 10,8 Fuß liegen.

        Kurz zu mir: Ich wiege 74 kg bei einer Größe von 1,68m.

        Das Red Paddel ist sehr dünn, hat deshalb weniger Auftrieb und Stabilität. Durch Dich bin ich auf Stemax aufmerksam geworden. Das neue Allround 10,6 Ultimate würde mir sehr gefallen, aber leider ist es erst wieder in KW30 lieferbar. Ich habe die nächsten 3 Wochen Urlaub und würde gerne das Board benutzen.

        Hast Du eine Alternative zu diesem besagten Stemax?

        Ich hab Dir eine Email geschrieben!

        Lieben Gruß
        Helmut

        • Uta sagt:

          Hallo Helmut,

          habe, aus was auch immer für Gründen, keine Mail von Dir im Posteingang, werde dir aber gleich die Antwort auf die hier im Kommentar angegebene Email senden.

          Lieber Gruß

          Uta

  • Jana Woche sagt:

    Hallo Uta,
    vielen lieben dank für diesen tollen Bericht.
    Ivh hab mir letztes Jahr 2x und dieses Jahr schon mal ein Board geliehen. Ich hab hier nur leider keine Möglichkeit unterschiedliche Boards od. Marken zu testen. Es war jedesmal ein red ride 10.6. Da kam ich gut zurecht. Jetzt bin ich auf der Suche nach einem eigenen isup. Man liest, schaut YouTube und die Liste wird immer länger. Ich bin auch schon beim stemax unlimeted und auch jobe hängen geblieben. Aber Makaio war bis zu deinem Bericht auch mit vorn dabei. Da die Red aber doch im Verhältnis zu Jobe und Stemax doch noch teurer sind, werde ich mich doch für die etwas günstigeren entscheiden. Bei Jobe ist mir das Yarra und ein 11.6. Bord(ich weiß den Namen im Moment nicht) aufgefallen. Kannst du ein Feedback zu diesen Boards geben?Ich gedenke doch eher bissi am See zu fahren und im Urlaub. Und ich hoffe stark das ich dann auch die Zeit dazu habe.

    • Uta sagt:

      Hallo Jana,

      Danke für Deinen Kommentar. Bitte entschuldige die späte Antwort von mir; ich wollte sichergehen, dass ich genügend Zeit habe, Dir ausgiebig und vollständig zu antworten.

      Die Fülle der Angebote ist wirklich überwältigend und dass nun sogar Lidl und Co. Stand Up Paddle Boards zu Schleuderpreisen auf den Markt werfen, macht die Sache nicht besser.

      Da Du ja Red Paddle nun schon ausgiebig getestet hast, wird es schwer für Dich werden, ein vergleichbares Board zum günstigeren Preis zu finden. Aber es ist durchaus möglich.

      Jobe ist etwas dicker und schaut demzufolge mehr aus dem Wasser. Dadurch wird es leicht kippeliger. Wenn Du jedoch eine gut Balance hast und Dich an einer kleinen Herausforderung erfreust, kannst Du durchaus glücklich damit werden. Mein Bruder fährt Jobe und Stemax und kommt sehr gut damit zurecht. Auch seine 8 Jahre alte Tochter. Von der länge bist Du auf dem richtigen Weg. 10.6 bzw. 11.6 sind schöne Allrounder und erlauben dir auch mal an einer Yoga Session teilzunehmen.

      Für meine Tochter (5 Jahre alt) habe ich gerade ein ITIWIT von Decathlon gekauft und muss sagen, dass ich sehr positiv überrascht bin. Die wohl günstigste Variante, welche ich mit reinem Herzen und guten Gewissen empfehlen kann.
      Eine Freundin hat auch 2 grössere Boards von da (Sie fährt auch ein Mistral und hat die Boards für Ihren Mann und Ihre Tochter gekauft) und hat mich überzeugt, es damit zu probieren, als ich auf der Suche nach einer erschwinglichen Lösung für meine Süsse suchte.

      Klar kann man am Material und besonders am Ventil feststellen, dass es sich um eine günstigere Ausführung handelt. Jedoch bei dem Preis-Leistungsverhältnis kommt man damit gut aus.

      Da du Dir ja nicht ganz sicher bist, ob Du auch wirklich viel Zeit hast, dies zu nutzen und nur mal am Wochenende und in den Ferien damit paddeln möchtest, könnte das eine Gute Lösung sein.

      Mein Plus für Decathlon war, 2 Jahre Garantie mit einem sehr nahe liegendem und in Schadensfällen toleranten und entgegenkommenden Händler. Ich bin gerade am entwerfen eines Artikels / Reviews zu unserem ITIWIT. Gerne informiere ich Dich, sobald er erscheint. Dazu am besten für den Newsletter eintragen und dann kommt ein Mail sobald er veröffentlicht ist.

      Falls Du ein ITIWIT probieren magst. Das gibt es auch als 10.7. – wäre ich Dir dankbar, wenn du es über den Link auf meiner Seite zu Decathlon bestellst. Die Seite erhält sich selbst über kleine Affiliates (Werbezuschüsse) und ermöglicht mir, diese weiterhin zu betreiben.

      Sehr gerne kannst Du mich auch einfach mal anrufen (Nummer findest Du im Impressum) und wir können uns ausführlicher drüber unterhalten.

      Sind einfach doch mehr Faktoren zu beachten und vielleicht kann ich Dir noch ein paar Infos an die Hand geben bzw. Dir die pro und contras der verschiedenen Boards näher bringen.

      Würde mich sehr freuen

      Bis dahin. Alles Liebe
      Uta

  • Jana Woche sagt:

    Hallo Uta,
    Ich war jetzt beim SUP Board testen.Meine Beiden Favoriten sind jetzt Jobe Yarra und Duna.
    Sie gefallen mir beide sehr gut. Ich werde dann berichten für Welches ich mich entschieden habe.
    LG Jana

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